Pflegling des Monats November

2. Dezember 2009 von Hannelore Ramm

Waldohreule gesund ausgewildert
Verletzt aufgefundene Waldohreule wieder gesund frei gelassen. Nach fast 14-tägiger Pflege in unserer Pflegestation war sie wieder fit für ein Leben in der freien Natur.

Waldohreule
Aufgefunden wurde UHLI Anfang November auf Gut Holtau. Benommen und flugunfähig lag die kleine Eule am Boden. Noch am selben Tag wurde der Vogel in die Tierklinik Dr. Sommer-Radschat gebracht.

Bei der Untersuchung konnten keine Knochenbrüche oder äußeren Verletzungen festgestellt werden. Wahrscheinlich ist sie bei der Jagd auf ein festes Hindernis, wie z. B. eine Wand oder Auto, aufgeprallt. Also nahm ich UHLI mit in unsere Vogelpflegestation des NABU Hambühren, um ihr eine Chance zum Überleben zu geben. Die rechte Körperhälfte war gelähmt, der rechte Fuß und Flügel waren nicht zu gebrauchen. Anfangs konnte sie nur liegen und ich musste sie von Hand füttern. Aber der Genesungsprozeß verlief erstaunlich schnell. Schon nach einigen Tagen stand sie wieder fest auf beiden Füßen, schlug kraftvoll mit den Schwingen und nahm ihre Nahrung selbst auf.
Unsere Waldohreule UHLI hat alles ohne bleibende Schäden überstanden. Nach zweiwöchiger liebevoller Pflege hat sie sich sehr gut erholt und konnte, mit einem Gewicht von 295 Gramm und gut mit Nahrung versorgt, wieder ein selbständiges Leben in ihrem angestammten Revier beginnen.

Allgemeines: Die Waldohreule hat eine Körperlänge von etwa 36 cm und eine Spannweite von 95 cm, ein Gewicht von 220 bis 280 Gramm (Männchen) bzw. 250 und 370 Gramm (Weibchen). Auffallende, große Federohren kennzeichnen diese Art. Die Federohren haben keine Funktion im Zusammenhang mit der Hörleistung der Eule. Zur Verstärkung der Hörleistung dient vielmehr der bei der Waldohreule auffällige Gesichtsschleier. Die Iris der Waldohreule ist leuchtend orangegelb. Das Gesicht wird durch eine auffällig hervorstehende Stirnbefiederung geteilt. Die Flügel sind relativ schmal. Das Gefieder der Waldohreule ist auf hellbraunem bis ockergelben Grund schwarzbraun gestrichelt und gefleckt. Die Hand- und Armschwingen sind deutlich dunkel quergebändert. Allgemein überwiegen bei den Weibchen dunkle, rostbraune Farbtöne. Die Männchen sind dagegen in ihrer Grundfärbung etwas heller.

Text und Foto
Hannelore Ramm

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